Fachinformationen der FMPP zur aktuellen Coronavirus-Pandemie

Innerhalb des Vorstandes der FMPP hat sich eine Task Force gebildet, die alle wichtigen Fragen und Empfehlungen über COVID-19 in der Psychiatrie diskutiert und kommuniziert. Mitglieder der Task Force sind Pierre Vallon (Präsident FMPP), Alain di Gallo (Vertreter SGKJPP), Fulvia Rota (Vertreterin SGPP), Philipp Straub (Rechtsberater FMPP) sowie Christoph Gitz (Geschäftsführer FMPP). Die Task Force informiert die Mitglieder mit regelmässigen Newslettern. Hier publiziert die FMPP die Antworten auf die wichtigsten Fragen und weitere Empfehlungen.

Schutz von Patienten und Patientinnen und den Praxisteams

Maskentragpflicht

Der Bundesrat hat beschlossen, dass ab dem 19. Oktober in allen öffentlich zugänglichen Räumen eine Maskentragepflicht gilt.

Die Frage, ob auch Psychiaterinnen und Psychiater in ihren Sprechzimmern eine Maske tragen müssen, wird sehr kontrovers diksutiert. Es ist eine Frage, auf die es keine kurze und einfache Antwort gibt.

Es kann aber festgehalten werden, dass sich die schweizweit geltende Maskenpflicht auch nach den vom Bundesrat am 28.10.2020 verkündeten verschärften Covid-19-Massnahmen im Innenbereich auf die «öffentlich zugänglichen Räume» beschränkt. Daraus kann geschlossen werden, dass auf Bundesebene für die Sprechzimmer weiterhin keine Maskentragpflicht besteht, sofern die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Bei Gruppentherapien ist die Situation komplizierter, auch deshalb, weil in gewissen Kantonen die Gruppengrössen beschränkt sind. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation ist es unseres Erachtens zurzeit angezeigt, dass Psychiaterinnen und Psychiater sowie Patientinnen und Patienten, wenn immer möglich eine Maske tragen sollten. Selbstveständlich kann in Einzelfällen (z.B. Hörvermögen von Therapeutinnen und Therpeuten oder von Patientinnen und Patienten, Verständigungsschwierigkeiten, bei gewissen Störungsbildern) davon abgesehen werden.  

Weiterhin gilt:

  • Halten Sie sich an die Verhaltens- und Hygieneregeln des Bundesamts für Gesundheit.
  • Desinfizieren Sie regelmässig Ihre Praxis, d.h. alle Gegenstände, die angefasst werden, und informieren Sie entsprechend Ihre Patientinnen und Patienten über diese Massnahme.
  • Halten Sie in Ihrer Praxis Desinfektionsmittel bereit (in Apotheken oder Drogerien erhältlich).
  • Sorgen Sie für den nötigen Abstand (zwei Meter) zwischen Ihnen und den Patientinnen und Patienten.
  • Ist die Distanzhaltung, z.B. bei der Arbeit mit Kindern, nicht möglich, führen Sie Präsenz-Konsultationen nur in medizinisch absolut notwendigen Situationen durch.

Schutzkonzept:

Zu beachten ist, dass jede Arztpraxis oder jeder ambulante Dienst ein Schutzkonzept erarbeiten und umsetzen muss, worin eine dafür verantwortliche Person bezeichnet wird. Im Schutzkonzept sind Massnahmen betreffend Hygiene vorzusehen (Möglichkeit, sich regelmässig die Hände waschen zu können; Zurverfügungstellung von Händedesinfektionsmitteln und von Seife bei öffentlich zugänglichen Waschbecken; regelmässiges Reinigen der Kontaktflächen, Bereitstellung genügender Abfalleimer zur Entsorgung von Taschentüchern und Masken). Zudem ist aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen der Zugang zu öffentlich zugänglichen Innenräumen (z.B. Eingangsbereiche und Wartezimmern) beschränkt wird, damit die Abstandsregeln eingehalten werden, und wie die Maskentragpflicht in den öffentlich zugänglichen Bereichen gewährleistet wird (Kontrolle, Informationstafeln). Schliesslich ist darzulegen, wie vorgegangen wird, wenn Personen aus medizinischen Gründen von der Maskentragpflicht befreit sind (Einhaltung Abstansdregeln oder andere Massnahmen wie Abschrankungen).   


Bitte beachten Sie unbedingt auch die laufend aktualisierte Website des BAG. Die FMH hat am 22. April ein Schutzkonzept zum Betrieb von Arztpraxen publiziert.


Patientenbehandlung und Abrechnung

Erfolg bei den fernmündlichen Behandlungen

Wie bereits während des Lockdowns im Frühjahr können die fernmündlichen Behandlungen ab sofort wieder mit der Tarifposition 02.0060 «Telefonische Konsultation durch den Facharzt für Psychiatrie mit einer Limitation von maximal 75 Minuten pro Sitzung (Einzelsetting)» abgerechnet werden. Für fernmündliche Kriseninterventionen soll auch weiterhin die Tarifposition 02.0080 verwendet werden. >>> Siehe Faktenblatt des BAG. 

Den in der Praxis delegiert arbeitenden Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen wird diesmal für die fernmündlichen Behandlungen doppelt soviel Zeit zugestanden als noch im Frühjahr. Bei der dafür anzuwendenden Tarifposition 02.0250 «Telefonische Konsultation durch behandelnden Psychologen/Psychotherapeuten» wird die Limitation von 240 auf 360 Minuten erhöht, jedoch neu für 3 Monate statt für 6 Monate.

Für die in den Institutionen tätigen Psychologinnen und Psychologen (nichtärztliche ambulante psychiatrische Leistungen in anerkannten Institutionen und Spitalabteilungen) wird im Faktenblatt keine Erhöhung der Limitationen für die fernmündlichen Konsultationen erwähnt. Die Taskforce hat diesbezüglich bereits beim BAG interveniert.  


Fortbildungspflicht

Die Geschäftsleitung des SIWF hat nach Konsultation aller Fachgesellschaften entschieden, die für das Jahr 2020 geforderten 50 Fortbildungscredits auf 25 zu halbieren. Sollte sich die Situation bis Mitte Jahr nicht wesentlich verbessern, besteht die Option, in einem zweiten Schritt weitere Massnahmen zu ergreifen Zur SIWF-Website ...

Bericht Büro BASS und BAG vom 3.11.2020

Der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung und die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung in der Schweiz 

High-Priority-Newsletter der FMPP zum Thema:

 

 

.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print