1. April 2020

 
 

FMPP High-Priority-Newsletter Nr. 5: Fragen zum Coronavirus

FMPP High-Priority-Newsletter Nr. 5: Fragen zum Coronavirus

 

 

Liebe Kollegen und Kolleginnen

Die Task Force der FMPP wartet weiter auf die Antwort des BAG zur Abrechnung unserer telefonischen und telemedizinischen Leistungen. Das ist unverständlich! Der Alltag aller Menschen wird durch die notwendigen und einschneidenden Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus massiv beeinträchtigt. Die mit diesen Massnahmen verbundenen Einschränkungen stellen uns vor bislang unvorstellbare Herausforderungen. Viele werden diese gut meistern, aber die vulnerablen Mitglieder unserer Gesellschaft benötigen Hilfe. Und zwar jetzt und nicht erst, wenn der psychosoziale Stress überbordet. Sonst werden wir zusätzlich zu der direkt durch das Virus verursachten Katastrophe auch mit psychosozialen Folgen von unvorhersehbarem Ausmass konfrontiert sein.

Aus diesem Grund müssen wir unsere Arbeit unvermindert weiterführen:

Für unsere Patientinnen und Patienten und zur Entlastung der Spitäler. Die FMPP hat nach Beginn der Ausgangsbeschränkungen sofort reagiert und dem BAG den Vorschlag unterbreitet, telemedizinische Konsultationen vorübergehend wie persönlich durchgeführte Behandlungen abzurechnen. Dies hauptsächlich aus drei Gründen:

  1. Grundsätzlich können telefonische Konsultationen über die Tarmedpositionen 02.0060, 02.0065, 02.0066 und 02.0080 abgerechnet werden. Die den Positionen hinterlegten Zeitlimitationen erlauben jedoch die Durchführung eines grossen Teils unserer psychiatrisch und psychotherapeutischen Behandlungen nicht.
  2. Videositzungen entsprechen in ihrer Dynamik, Intensität und Interaktionsmöglichkeiten eher der persönlichen Konsultation in der Praxis als einem Telefongespräch; zudem ist deren Abrechnung in Analogie zur telefonischen Konsultation formell im Tarmed nicht erwähnt.
  3. Die FMPP möchte eine Mengenausweitung, die sich aus der Änderung des derzeit geltenden Tarifs ergeben könnte, verhindern. Auch die maximale Dauer einer Telefon- oder Videositzung bleibt auf 75 Minuten begrenzt. Wir sind der Meinung, dass dieser Ansatz sinnvoller ist, als die von der FMH vorgeschlagene vorübergehende Aufhebung der zeitlichen Limitationen von telefonischen Konsultationen.

Das BAG hat noch nichts entschieden!

Wir setzen uns dafür ein, dass die ambulante psychiatrische Versorgung der Bevölkerung fortgesetzt werden kann. Sie ist unverzichtbar. Wie auch immer die Entscheidung des BAG ausfallen wird, wir versprechen Ihnen, dass wir uns in dieser Zeit der Ungewissheit mit allen Beteiligten um eine angemessene Lösung für die Vergütung unserer Behandlungen bemühen werden.

Informationen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV):

  • Annullierung der Untersuchungstermine und Einstellung der Auftragsvergabe bei Begutachtungen

    Gemäss der bundesrätlichen Verordnung vom 16.3.2020 müssen Spitäler, Kliniken und Arztpraxen auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. Für die medizinischen Gutachten bedeutet dies, dass alle bis zum 19. April 2020 vorgesehenen Untersuchungstermine abgesagt werden müssen, und dass die Vergabe neuer Gutachtensaufträge bis zum 19. April 2020 eingestellt wird. Die IV-Stellen haben die Versicherten und die Gutachterinnen und Gutachter entsprechend zu informieren. Wenn die Untersuchungen bereits stattgefunden haben, so ist das Gutachten weiterhin innerhalb der von den IV-Stellen gesetzten Fristen zu erstellen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechende IV-Stelle.

  • Fristenstillstand

    Weiter teilt das BSV mit, dass aufgrund der bundesrätlichen Verordnung vom 21. März 2020 ein Fristenstillstand bis zum 19. April 2020 gilt.


Alle bisher in den Highpriority-Newslettern publizierten Fragen und Antworten finden Sie auch im öffentlich zugänglichen Bereich der FMPP-Homepage.

Ihre Task Force 

 
 

FMPP-Task Force

Innerhalb des Vorstandes der FMPP hat sich eine Task Force gebildet, die alle wichtigen Fragen und Empfehlungen über COVID-19 in der Psychiatrie diskutiert und kommuniziert. Mitglieder der Task Force sind Pierre Vallon (Präsident FMPP), Alain di Gallo (Vertreter SGKJPP), Fulvia Rota (Vertreterin SGPP), Philipp Straub (Rechtsberater FMPP) sowie Christoph Gitz (Geschäftsführer FMPP).

Richten Sie Ihre Fragen bitte an fmpp@psychiatrie.ch. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir nicht alle Ihre Fragen persönlich und schnell beantworten können. Wir kommentieren die am häufigsten gestellten Fragen in unseren regelmäßig erscheinenden High Priority Newslettern. Wir möchten den Mitgliedern danken, die uns auf Fakten aufmerksam machen, die uns helfen, unsere Informationen zu vervollständigen.