


Mit grosser Trauer und Bestürzung haben wir vom Tod von Robert Fisch erfahren. Im Namen all derer, die ihn kannten, insbesondere im Namen aller Kolleg*innen der Klinik Sonnenhof möchte ich im Rahmen dieses Nachrufs grosse Dankbarkeit für seine Leistungen in der Entwicklung der Ostschweizer Kinder- und Jugendpsychiatrie zum Ausdruck bringen.
Nach Abitur und Militärdienst in Israel kam Robert Fisch 1968 erstmals in die Schweiz. In Zürich studierte er bis 1975 Medizin und war in den folgenden 2 Jahren als Assistenzarzt vornehmlich in psychiatrischen Kliniken tätig. 1978 kehrte er nach Israel zurück, war dort nach Ausbildung zum Psychiater als Oberarzt, Dozent und Lehrbeauftragter tätig und war Autor mannigfaltiger Publikationen. In Israel war er auch langjähriger Sekretär der israelischen psychiatrischen Gesellschaft.
1992 kehrte er in die Schweiz zurück, um zunächst bei den KJPD St. Gallen als Oberarzt zu arbeiten, 1995 wurde er Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
1997 wurde er zum Chefarzt der Klinik Sonnenhof gewählt und erhielt den Auftrag, die stationäre Versorgung aus den damaligen Heimstrukturen heraus in eine moderne klinische stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie umzuwandeln.
Dies gelang Robert Fisch in einer Pionierleistung ausserordentlich gut. Unter seiner Leitung entstand über 15 Jahre eine moderne kinder- und jugendpsychiatrische Klinik, die neben ausgezeichneten strukturellen und personellen Kennzahlen stets den höchst schwierigen Balanceakt zwischen effektiver, moderner und leitliniengerechter Behandlung unter stetem Kostendruck auf der einen Seite und der Möglichkeit zu längerdauernder intensiver Beziehungsarbeit im milieutherapeutischen Kontext auf der anderen Seite meisterte. Roberts therapeutisches Handeln war dabei primär bei den Patienten: immer neugierig, immer auf der Suche nach einem Verständnis - diese Eigenschaften hat er erfolgreich vielen Teams und vielen Therapeut*innen in Ausbildung mitgegeben. So konnte er vielen Kindern und Jugendlichen eine qualitativ hochstehende stationäre Behandlung garantieren und diesen neue Entwicklungsschritte ermöglichen. Seine langjährige klinische Erfahrung und sein breites, stets «up to date» gehaltene Fachwissen gewährleisteten dies genauso wie seine Haltung. Als Klinikleiter war er selbstverständlich mit vielen Fachpersonen und Institutionen vernetzt – auch hier genoss er Respekt und grosse Anerkennung.
Dr. med. Robert Z. Fisch verstarb am 20.06.2019. Wir sind tief betroffen von seinem tragischen Tod. In Gedanken sind wir bei seiner Familie.