Frühintervention bei Autismus

Stephan Eliez, Co-Präsident SGKJPP 

 

In den letzten zehn Jahren haben zahlreiche Studien nachgewiesen, wie entscheidend die intensive Frühintervention bei Autismus auch für die geistige Entwicklung der betroffenen Kinder ist. Wichtig ist dabei neben Beginn und Intensität vor allem die störungsspezifische Ausbildung der Fachpersonen. Die Ausbildung der Fachkräfte in den wirksamen Methoden erforderte bisher jedoch oft eine kostspielige Zusammenarbeit mit ausländischen Ausbildungszentren. Diese Einschränkungen erschwerten den Aufbau von Therapiezentren.

Der Bund und die Kantone erarbeiten in einem gemeinsamen Projekt die finanzielle Unterstützung von frühzeitigen, intensiven Autismus-Interventionen in den öffentlichen Strukturen (siehe auch: newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/54035.pdf sowie bit.ly/35PirQg)  

Die Stiftung «Pôle Autisme», das «Istituto Pediatrico della Svizzera Italiana», die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Zürich sowie weitere Partner aus akkreditierten Zentren haben sich zusammengeschlossen, um auf nationaler Ebene einen Weiterbildungskurs zu schaffen, der sich auf evidenzbasierte intensive Frühintervention bei Kindern mit Autismus spezialisiert.

Diese Schulung wird über drei Jahre für insgesamt 27 Tage (9 Tage pro Jahr Jahr) angeboten. Die Teilnehmenden erhalten eine theoretische Ausbildung in früher intensiver Verhaltenstherapeutischer Intervention (EIBI) und im Early Start Denver Model (ESDM), basierend auf Naturalistic Developmental Behavioral Intervention (NDBI) und Applied Behavioural Anlaysis (ABA). 

 

Die Inhalte der Weiterbildung

Im Rahmen dieser interkantonalen Weiterbildung werden Themen wie die Unterstützung der Sprachentwicklung (alternative Kommunikationssysteme) und der Entwicklung von Alltagskompetenzen (wie Ernährung und Toilettentraining) vermittelt.

Zusätzlich wird das Wissen neben weiterführender Literatur durch E-Learning-Module erworben. Dazu gehören «Massive Open Online Courses» (MOOCs) zu Autismus-Spektrum-Störungen, die von der Universität Genf angeboten werden, und Online-Unterricht zu EIBI und ABA, der von der KJPP in Zürich angeboten wird. Die Teilnehmenden des Kurses arbeiten mit Kindern in einer intensiven Frühförderungssituation unter der Supervision von zertifizierten EIBI- oder ESDM-Trainern.

Die dreijährige Ausbildung und insgesamt 150 Stunden Supervision, davon mindestens 50 Stunden Einzelsupervision, führen zu einem Postgraduierten-Zertifikat für intensive Frühintervention bei Autismus. Mit dieser Ausbildung sollen bereits angestellte Fachpersonen Unterstützung in der Ausbildung erhalten. Ebenfalls unterstützt wird der Aufbau von neuen Therapiezentren in den jeweiligen Kantonen.

Weitere Infos: www.pole-autisme.ch/fr/early-intervention-in-autism 

 

.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print