Jahresbilanz 2020: Rückschau und Ausblick


Christoph Gitz, Geschäftsführer


Es versteht sich von selbst, dass ein Thema jede Jahresbilanz 2020 inhaltlich dominiert, die Corona Pandemie. Ab Mitte März begann mit der Erklärung der ausserordentlichen Lage durch den Bundesrat für die psychiatrischen Fachgesellschaften, insbesondere für deren Vorstände und für die Ständigen Kommissionen für Tarife (STK) und Versicherungen (SKV) sowie für die eigens eingesetzte Taskforce eine intensive Zeit der Information und Beratung der Mitglieder. Parallel dazu war hartnäckige Überzeugungsarbeit in Verwaltung, Politik und Medien gefragt für die Sicherstellung einer adäquaten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung der Menschen in unserem Land. Angefangen über Fragen und Interpretationen der staatlichen Verordnung zu Schutzkonzepten für die ärztlichen Praxen und Institutionen, über die Möglichkeit oder eben Unmöglichkeit einer zeitnahen Beschaffung von Schutzmaterialien bis hin zu adäquaten Regelungen bzgl. Behandlungsformen und Abrechnungsmodi. Auch für eine summarische Befragung von Patientinnen und Patienten über unsere Mitglieder zu den gemachten Erfahrungen mit der fernmündlichen Behandlung im Vergleich zur Präsenzkonsultation fand sich noch Zeit. Diese Arbeiten werden z.T. im nächsten Jahr weiterzuführen sein.

Die inhaltlichen Arbeiten 2020 können stichwortartig wie folgt zusammengefasst werden:

  • Die Arbeiten am TARDOC erfüllen mit dem Beitritt der SWICA zum Grundvertrag und der Einigung der FMH und curafutura zur kostenneutralen Einführung („External Factor“) die formellen Anforderungen an die Genehmigung. Der inhaltliche Prüfbericht des BAG zum TARDOC liegt vor und wird von der FMH und curafutura aktuell evaluiert.
  • Beim Übergang von der „Delegierten Psychotherapie“ zum „Anordnungsmodell“ gibt es nach den Arbeiten in den Stakeholdermeetings im Frühjahr und Frühsommer über keine weiteren Informationen von Seiten BAG zu berichten. In den eidgenössischen Räten wird aktuell eine im Juni eingereichte Motion der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates SGK-N beraten, wonach die Zulassung von psychologischen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen im Rahmen einer Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) zu regeln sei. Gut möglich also, dass die Thematik im nächsten Jahr auf dem Gesetzesweg neu aufgerollt wird.
  • Wie jedes Jahr fanden auch 2020 eine Vielzahl von Vernehmlassungsverfahren statt. Die wichtigste Vernehmlassung ist wohl die zum 2. Massnahmenpaket zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen. Die Fachgesellschaften haben sich dazu kritisch geäussert, namentlich zu vier zentralen Massnahmen: den Zielvorgaben für die Kostenentwicklung in der OKP (Obligatorische Krankenpflegeversicherung), die Stärkung der koordinierten Versorgung, die Verpflichtung zum Gatekeeping («Erstberatungsstelle») und das Kostengünstigkeitsprinzip, das bei WZW-Prüfung das Vertrauensprinzip ersetzen soll.

Bei den internen Entwicklungsarbeiten im Rahmen FMPP sind die Arbeiten zur Weiterentwicklung der internen und externen Kommunikation zu erwähnen. Dazu fand anfangs Jahr eine Mitgliederbefragung statt (vgl. Artikel zu den Ergebnissen auf der S. …). Weiter wurde im Vorstand die zukünftige Organisation der internen und externen Kommunikation definiert. Zur Unterstützung sollen zwei externe Mandate (Kommunikations- resp. Medienbeauftragte/r und Beauftragte/r für Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit) vergeben werden. Nach einer internen Mehrwertsteuerüberprüfung wurde das Mitglieder-Beitragskonzept sowie das FMPP-Rechnungswesen und die FMPP-Statuten angepasst.

Auch die SGPP arbeitet an einer Weiterentwicklung ihrer Strukturen und hat dazu in einer Arbeitsgruppe eine umfassende Statutenrevision vorbereitet, die im Sommer in eine breite Vernehmlassung gegeben wurde. Die Genehmigung der neuen Statuten wurde auf die DV im nächsten Jahr verschoben. Nicht zuletzt auch deshalb, um an der erstmals per Videokonferenz durchgeführten Delegiertenversammlung am 12. November genügend Zeit zu haben für die Gesamterneuerungswahlen in den Vorständen und Kommissionen sowie die statutarischen Geschäfte. Die Abstimmungen und Wahlen wurden nach den Versammlungen unter notarieller Aufsicht auf dem schriftlichen Weg bei den Delegierten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden Ende November den Mitgliedern per Newsletter mitgeteilt. Die SGPP hat die Wahl der neuen Präsidenten Fulvia Rota bereits im Juni ebenfalls auf schriftlichen Weg durchgeführt.

Die SGPP-Verantwortlichen mussten schweren Herzens der Jahreskongress in Lugano sowie die geplanten Veranstaltungen zum 125-jährigen Jubiläum aus bekannten Gründen abgesagt werden. Die SGKJPP führte Ende Sommer ihren Kongress per Videokonferenz durch und konnte dazu wertvolle Erfahrungen sammeln.

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