

Das Forum medizinische Grundversorgung wurde 2015 gegründet und verfolgt das Ziel, dass sich Bund, Kantone und die massgeblichen Vertreterinnen und Vertreter der medizinischen Grundversorgung regelmässig austauschen können, um den vielfältigen Herausforderungen der medizinischen Gesundheitsversorgung zu begegnen. Seit 2017 unterstützt eine 7-köpfige Kerngruppe das Forum bei der inhaltlichen Vorbereitung. Das Bundesamt für Gesundheit organisiert das Forum seit 2019 (mehr Informationen hier). 2023 wurde das Thema psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter gewählt und Prof. Susanne Walitza als Expertin und Vertreterin der SGKJPP angefragt, am Forum mitzuwirken. 25 Organisationen, die in der medizinischen Grundversorgung engagiert sind, nehmen an den bisher jährlich stattfindenden Forumsanlässen teil.
Beitrag von Bigna Keller und Susanne Walitza
Nach inhaltlichem Input wurden in verschiedenen Untergruppen Themen wie Früherkennung, Prävention und interprofessionelle Vernetzung u.a. diskutiert und Erfahrungen aus verschiedenen Perspektiven ausgetauscht. Die Kerngruppe wertete das Forum inhaltlich aus und beschloss, zwei Themen in Arbeitsgruppen zu vertiefen: 1. Die regionale interprofessionelle Vernetzung und 2. Den Leitfaden für die Früherkennung (beispielsweise für Hebammen oder Apothekerinnen und Apotheker).
Zur regionalen Vernetzung erreichte uns eine Anfrage zur Mitwirkung durch die FSP, welche als Leitung der Arbeitsgruppe durch das BAG vorgesehen war. Aus den Reihen der SGKJPP-Mitglieder existiert zur regionalen Vernetzung und interprofessionellen Zusammenarbeit umfangreiches Wissen. Es wurden zudem verschiedene Projekte entwickelt und erfolgreich regional implementiert. Die SGKJPP zeigte daher Interesse an der Mitwirkung. Vorbereitende Sitzungen fanden unter Teilnahme des BAG, Dr. med. Cornelia Hediger, niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiaterin im Kanton Bern, Delegierte SGKJPP/Vorstandsmitglied BGKJPP und Prof. Dr. Frank Wieber, Stv. Leitung Forschung Institut für Public Health, ZHAW, sowie lic. phil. Susanne Stauber, FSP, und Dr. med. Bigna Keller, Co-Präsidentin SGKJPP, statt. Als Idee wurde seitens SGKJPP eingebracht, in der AG ein Produkt zu entwickeln, beispielsweise eine nationale Fachtagung zum Thema interprofessionelle Vernetzung. Diese soll die Förderung der psychischen Gesundheit im Kindes- und Jugendalter thematisieren, unter Einbezug von Fachorganisationen der Gesundheit, der Bildung, des Sozialen und der Sicherheit –entsprechend dem «Good Practice Projekt» aus dem Kanton Bern, über welches wir im Newsletter 05/2023 berichteten. Weitere Angaben zum Projekt finden sich unter folgendem Link: www.efpju.ch.
Im Austausch mit der Kerngruppe des BAG wurde der Vorschlag einer interprofessionellen nationalen Fachtagung aktuell nicht weiterverfolgt. Durch den personellen Wechsel in der Departementsführung kündigte das BAG zudem eine Standortbestimmung in der Gesundheitspolitik an, in welcher das Forum medizinische Grundversorgung voraussichtlich neu ausgerichtet werde. Wir werden daher zunächst unseren SGKJPP Kongress 2024 nutzen und ein Symposium zum Thema «interprofessionelle Vernetzung zur Förderung der psychischen Gesundheit» anbieten.
Neben viel Unsicherheit, Unklarheit und wenig Entschlossenheit seitens BAG, gemeinsam etwas Konkretes anzupacken, ist ein weiterer hemmender Faktor – wie wäre es anders zu erwarten – die Finanzierung. Das BAG vertritt den Standpunkt, dass die Erarbeitung solcher Projekte vollumfänglich von den Verbänden getragen werden muss.
Als Co-Präsidentin der SGKJPP erfüllt es mich jedoch umso mehr mit Stolz, dass aus unseren Reihen innovative Projekte entwickelt werden, die sich aufgrund der steigenden Nachfrage ergeben haben. Engagierte Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales und Sicherheit haben sich vernetzt. Die Brücke zwischen Institutionen und Niedergelassenen konnte gebaut werden. Auch wenn die Zeit offenbar noch nicht reif ist, national übergeordnet an innovativen Projekten zu arbeiten, werden wir das Thema, wie gesagt, an unserem SGKJPP-Kongress im August in Lausanne aufnehmen und freuen uns auf einen bereichernden Austausch.