
Bei Hausärzte Schweiz (mfe) bilden die Delegiertenversammlung (DV) das strategische und der Vorstand das operative Organ. Für die direkte Mitgliederinformation führt der Verband jährlich eine Generalversammlung durch. Dem Präsidenten Dr. med. Philippe Luchsinger zufolge wird die Entwicklung und Ausrichtung des Verbands aber mit den Delegierten erarbeitet.
Dr. Luchsinger, was macht mfe?
mfe ist der politische Verband der Schweizer Haus- und Kinderärzte. Zum einen sind darin die Ärztinnen und Ärzte als Direktmitglieder organisiert, aber auch die Institutionen wie die Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin, die Schweizer Gesellschaft für Pädiatrie, die Jungen Hausärzte oder das Kollegium für Hausarztmedizin. Als Verband vertreten wir als «One Voice» die Anliegen der Schweizer Haus-und Kinderärzte gegenüber der Politik.
Wie ist der Verband organisiert?
Unsere Mitglieder sind in Regionen organisiert. Daher baut unsere Struktur auf einer Delegiertenversammlung (DV) auf, in die die Haus- und Kinderärzte der 26 Kantone Vertreter entsenden. Dazu kommen die Vertreter der Institutionen. Unsere DV tagt zweimal jährlich.
Welches sind die Vorteile der DV?
Aus Sicht des Vorstands gibt die DV einen guten Ausgleich und gibt auch Minderheiten genügend Gewicht. Durch diese Balance kann keine Mitgliedergruppe eine andere dominieren.
Trotzdem führen Sie jährlich eine Generalversammlung durch?
Für uns als Verband ist diese Informationsveranstaltung wichtig. Wir erklären und berichten so über unsere Arbeit. Dieses Gremium kann auch Ehrenmitglieder ernennen. Die Generalversammlung ist für uns aber auch eine Art Ventil für die Stimmung der Basis. Daher schätze ich dieses Gremium, denn als Präsident ist es mir ein grosses Anliegen, die Bedürfnisse der Basis zu spüren.
Die Delegiertenversammlung bleibt aber zentrales Gremium?
Ja, denn unsere Mitglieder können sich über die regionalen Strukturen sehr gut über die Delegierten einbringen. So ermöglicht es die DV, taktisch und effizient zu arbeiten. Die Delegierten haben zudem detaillierteres Wissen und bereiten sich jeweils vor. So können wir vom Vorstand gemeinsam mit ihnen die richtigen strategischen Schwerpunkte setzen. Die Themenbearbeitung erfolgt dann in Kommissionen und im Vorstand, der ja zugleich Taktgeber und ausführendes Organ ist.
Wie beurteilen Sie Ihre Strukturen?
Unser System ist etabliert und funktioniert gut. Nachteilig empfinde ich manchmal die zwischengeschalteten Ebenen zu den Mitgliedern. Wie andere Verbände, bemühen auch wir uns um mehr Nähe zur Basis. Um die wirklich wichtigen Anliegen abzuholen, reicht aber eine jährliche Generalversammlung nicht aus. mfe hat deshalb zum einen Regionalverantwortliche im Vorstand definiert und zum anderen Regionaltreffen eingeführt. Diese sehr gut besuchten Treffen führen wir mit den zuständigen Delegierten durch, was uns gute Impulse gibt. Für die Verbandsarbeit, ist unsere Struktur mit den Delegierten aber ideal. Dazu nimmt dieses Gremium eine wichtige Kontrollfunktion gegenüber dem Vorstand ein.
Philippe Luchsinger, 1957, ist Facharzt für Allgemeinmedizin und führt seit dem Jahr 1988 eine Hausarztpraxis in Affoltern am Albis (ZH), die er heute als Gruppenpraxis betreibt. Er war von 2012-2016 Präsident von «Hausärzte Zürich», seit 2016 ist er Präsident von «Hausärzte Schweiz».